Hundert Kamele

Feuerwehr

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„Nach der Landung … kam weißer, leicht unangenehm riechender Qualm aus der Klimaanlage…. auch im Kabinenbereich Qualm zu sehen“

„Nach der Landung entwickelte sich erneut Qualm“

„Im Endanflug … Rauch im hinteren Kabinenbereich … die Smoke Warning hatte ausgelöst … im Cockpit leichter Geruch … Feuerwehr auf standby“

„In der Kabine und Cockpit wurde Ölgeruch wahrgenommen … Ursache für den Ölgeruch in der Kabine eine gebrochene Dichtung am Triebwerkslager“

„Nach dem Start in XXX stellten wir einen beissenden intensiven Geruch im Cockpit fest … führten wir eine Ausweichlandung in XXX durch … im Anflug klagte der FO über einsetzende Kopfschmerzen … erwartete uns die Feuerwehr bereits neben der Bahn„

„Nachdem die Crew sowohl in Kabine als auch Cockpit den Ölgeruch wahrnahm, erklärte die Cockpitcrew Luftnotlage. Aufgrund des starken Geruchs wurden die Sauerstoffmasken angelegt.“

„…Vorfall ereignete sich direkt nach dem Start. Nachdem die Crew Ölgeruch im Cockpit feststellte, wurde umgehend zur nächsten CLH Technikstation diverted.“

Dies sind typische Auszüge aus Veröffentlichungen der Flugsicherheitsabteilung der Lufthansa CityLine, in welchen Besatzungen über Flüge berichten, auf welchen sie Öldämpfen ausgesetzt waren. An anderer Stelle stellt die Flugsicherheitsabteilung auch fest: „In 7% aller berichteten sicherheitsrelevanten ARJ (AVRO)-Vorfälle, kam es zu gesundheitlichen Problemen von Crewmitgliedern…“.

Das ist eine erstaunliche Zahl und sollte alle Alarmglocken läuten lassen, insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, daß sich im fraglichen Öl ein hochwirksames Nervengift findet.

Abgesehen von den langfristigen Gesundheitsschäden, die Besatzungen und Passagiere erleiden können, wenn Sie Öldämpfen ausgesetzt werden, stellt eine ein Nervengift einatmende Crew auch eine erhebliche Gefahr für die sichere Flugdurchführung dar. Der Flugzeughersteller selbst hält es für möglich, daß diese Öldämpfe die Piloten in einen Zustand versetzen, der dem eines Betrunkenen ähnelt, sie schwindlig, benommen,euphorisch oder müde werden lassen.

Die erste Maßnahme bei Ölgeruch im Flug sollte also zwingend sein, daß die Piloten ihre Sauerstoffmasken aufsetzen, die sie mit reinem Sauerstoff versorgen, vor dem Gift schützen und handlungsfähig bleiben lassen.

Lufthansa CityLine konnte sich bis heute nicht entschliessen, den Gebrauch der Sauerstoffmaske für alle Vorfälle mit Öldämpfen verbindlich festzulegen. Stattdessen heißt es in einer Veröffentlichung der Flugbetriebsleitung vom 19. Juni 2009: „Im Falle eines Fume Events im Fluge sollte jederzeit die Durchführung des Verfahrens „Smoke, Fumes Or Fire On Flight Deck/Passenger Cabin/Electrical Equipment Bay“ in Betracht gezogen werden (Memory Item: Don oxygen mask, check 100%).“

Gerade das Inbetrachtziehen ist es aber, was einem Piloten schwerfällt, der über längere Zeit Motoröldämpfe eingeatmet hat, weswegen er ja auch in der genannten Checkliste als erstes verpflichtet wird, die Sauerstoffmaske zu gebrauchen. Dies ist nämlich der einzige Weg sicherzustellen, daß er bei Bewußtsein und klarem Verstand bleibt und dann alles weitere in Betracht ziehen kann

Zwar behauptet Lufthansa CityLine: „Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist ein hohes Gut und liegt uns sehr am Herzen“ und die Flugsicherheit stünde sowieso über allem, doch mag man sich aus irgendeinem Grund nicht dazu durchringen, bei Ölgeruch im Flugzeug das genannte Verfahren „Smoke, Fumes Or Fire On Flight Deck/Passenger Cabin/Electrical Equipment Bay“ zwingend vorzuschreiben.

Ob das vielleicht damit zu tun hat, daß bei Anwendung diese Verfahrens nach dem Aufsetzen der Sauerstoffmaske der nächste Punkt in der Checkliste lautet: „Land as soon as possible“ und damit Flugzeuge der Lufthansa CityLine sehr viel häufiger Luftnotlage erklären und zwischenlanden müssten?

Ich weiß es nicht.

Was ich allerdings weiß, ist, daß die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA eine Studie zum Thema Cabin Air Contamination durchführt und noch bis zum 8. Januar 2010 Meldungen über Oil Fume Events entgegennimmt.

Wenn wir erreichen wollen, daß unsere Arbeitgeber gezwungen werden, Ihren Worten auch Taten folgen zu lassen und den Gesundheitsschutz von Besatzungen und Passagieren ernstzunehmen, dann müssen die Aufsichtsbehörden Meldungen erhalten, sonst geht es immer so weiter wie bisher.

Hier geht‘s zur EASA:

Cockpit: http://ec.europa.eu/yourvoice/ipm/forms/dispatch?form=CabinAirFC

Cabin: http://ec.europa.eu/yourvoice/ipm/forms/dispatch?form=CabinAirCC

Written by admin

Januar 4th, 2010 at 11:54 am

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